Nach dem plötzlichen Lockdown im März 2020 und den damit verbundenen Hallenschließungen war erstmal Geduld gefragt. Einige Wochen später begann das Hoffen, dass die Platzaufbereitung starten könne und der Tennissport als Distanzsport wieder erlaubt würde. Zum Glück klappte beides. Anfang Mai gab es Regeln, die es bis dahin nie gab. Pandemiepläne, Hygienepläne, angepasstes Platzbuchungssystem und wiederholt umgestellte Punktspielpläne machten besonders dem Vorstand, der Gastronomie und den Trainern erstmal den Saisonstart schwer. Aber alles wurde gemeinsam angepackt. Die Belohnung folgte. Schon Anfang Mai konnte draußen Tennis gespielt werden.
Was für ein Segen, dass ausgerechnet unser Lieblingssport einer von wenigen war, der unter zwar strengen Auflagen, aber immerhin möglich war. Ein schöneres Geschenk für das von uns seit Jahrzehnten geliebte Hobby konnte es zu dem derzeitigen Coronastand kaum geben.
Nach den vielen Wochen ohne Kontakte und mit dem Wissen, dass die geselligen Stunden beim Zugucken unserer Bundesliga-Herren ausbleiben würden, war es ein Hochgefühl mal wieder Freunde zu treffen – wenn auch auf Abstand – und dabei auch noch dem Lieblingssport nachzukommen. Durch geeignete Konzepte durfte auch die Gastronomie frühzeitig wieder öffnen und uns verwöhnen.
Und nun kam, was wir nicht erwartet hatten. Viele Anfragen zu Probetrainingsstunden und Mitgliedschaft. Über die komplette Saison erlebte der Tennissport bei uns im Verein einen neuen Boom. Seit Steffi Graf und Boris Becker hat es eine solche Zahl an Neumitgliedern nicht in einem Jahr gegeben. Mit über 90 Anträgen können wir tatsächlich von einer großen Überraschung sprechen. Damit ist die Zahl von 650 Mitgliedern nun überschritten!
Auch für viele Tenniskinder entwickelte sich die Corona-Saison positiv. Nachdem im Frühjahr viele Trainingsstunden ausfallen mussten, bot die Tennisschule als Alternative mehrere Tenniscamps und Trainingsstunden in den Ferien an, die unglaublich gut angenommen wurden. Mit insgesamt über 200 glücklichen Sportlern übertrafen die Feriencamps und Trainingseinheiten in den Sommerferien die Zahlen der letzten Jahre enorm.
Nicht unerwähnt sollen unsere Clubmeisterschaften bleiben, die erstmals seit vielen vielen Jahren wieder ausgerichtet wurden. Ein noch recht neues Mitglied wunderte sich, dass es diese Tradition bei uns nicht gibt und übernahm die intensiven und natürlich coronagerechten Planungen. Die Clubmeisterschaften waren wiedergeboren! Erst jetzt merkten wir, was uns seit Jahren fehlte. Ab dem nächsten Jahr werden sie einen festen Termin im Kalender bekommen.
Wir haben also mit Corona im Nacken tatsächlich eine überraschende und erfolgreiche Saison hinter uns!